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Fischerpinte retten – Kiezkultur erhalten!

Manchmal gibt es verwunschene Orte, die nicht für die Reichen da sind, sondern für uns alle. Ein solcher war die Fischerpinte. Erholungsort für den Kiez. Aus der Zeit gefallen. Jetzt soll sie schliessen.

Mit tiefer Betroffenheit habe ich vom Tod des langjährigen Wirts und Besitzers der Fischerpinte am Plötzensee erfahren. Mein herzliches Beileid gilt seiner Familie, seinen Freundinnen und Freunden sowie der gesamten Weddinger Gemeinschaft, die mit ihm eine Institution verloren hat.

Nun soll Schluss sein mit dem Paradies am See. Nach ca. 100 Jahren sollen der Bootsverleih und die Kneipe am Wasser schließen. So will es das Bezirksamt unter der Leitung des Grünen-Stadtrats Christopher Schriner.

Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass das einfache, gute Leben am Wasser zum Privileg der Besserverdienenden am Wannsee wird. Die Zerstörung der Fischerpinte ist ein direkter Angriff auf die soziale Infrastruktur unseres Bezirks und auf einen geschichtsträchtigen Ort.

Politik für den Kiez und die Stadt zu machen bedeutet Abwägungen und  Kompromisse zuzulassen. Dazu gehört die Einsicht, dass wirklich einzigartige Orte der Stadt erhalten werden müssen. Die Fischerpinte ist Teil der Kiezgeschichte. Orte, wie dieser, dienen seit jeher als soziale Treffpunkte der Arbeiterklasse. Das fortschreitende Kneipensterben ist ein Raub an der Geschichte dieser Stadt, und die Schließung der Fischerpinte ist ein politisch gewollter Höhepunkt in diesem Aderlass der Kiezkultur.

Man stelle sich einmal vor, jemand möchte den Bootsverleih am Schlachtensee oder am Neuen See im Tiergarten dichtmachen. Der Aufschrei wäre riesig. Aber hier im Wedding soll das okay sein? Das ist skandalös! Unser Kiez und unsere Kiezkultur sollten oberste Priorität haben. Die Fischerpinte als geschichtsträchtiger Ort und als Stätte der sozialen Begegnung muss erhalten bleiben. Das liegt in der Hand des Bezirksamts.

Doch dieses Bezirksamt widersetzt sich mehreren BVV-Beschlüssen. In Anlehnung an unsere BVV-Fraktion fordere ich vom Bezirksamt und dem Stadtrat Schriner:

- Umsetzung der BVV-Beschlüsse
- Transparenz darüber, was in den letzten Jahren passiert ist
- Ein klares Bekenntnis zum Erhalt der Fischerpinte
   
Auch Naturschutz und Bildung können dort stattfinden – das ist kein Widerspruch zur jetzigen Nutzung. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort können wir Konzepte entwickeln, wie wir diesen Ort gestalten. Dieser wahrhaft besondere Ort ist als einzigartiger sozialer Treffpunkt Berlins genauso schützenswert wie die Natur drumherum. Eine Politik im Interesse des Kiezes sollte das wissen.

Ich setze mich dafür ein, dass dieser Ort als Teil unseres Kiezes erhalten bleibt. Mit Ruder- und Tretbooten, bezahlbaren Getränken und Fischbrötchen. Für Jung und Alt. Für unseren Wedding, für unseren Kiez, für den Wahlkreis 5!

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