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Dafür stehe ich
Bezahlbares Wohnen – bezahlbares Leben
Reich wird man in unserem Land, indem man sich zwischen die Menschen und ihr Leben drängt und dann abkassiert. Manchmal braucht es eine gute Idee – wie zum Beispiel eine Verkaufsplattform für Bücher und alles andere, die zum Monopolisten wird, sobald der letzte Laden um die Ecke und das letzte Kaufhaus eingegangen sind.
Manchmal braucht es auch nur die Macht, die vom Geld kommt. Man verschafft sich Eigentum an den Lebensmitteln der Menschen und vermietet sie an diese zurück.
Pro Jahr werden in Deutschland zuletzt etwa 400 Milliarden Euro vererbt. An Leute, die vielleicht gar keine Geschäftsleute sind. Keine Unternehmer. Nicht genial und vielleicht ohne jede Idee und die möglicherweise auch nichts können.
Wenn man aber auch nichts weiß und nichts kann, soviel ist einem doch klar: Wohnen müssen die Leute immer und der Grund ist begrenzt. Also investiert man in Immobilien. Und weil es nur wenige Leute sind, die erben, gehört immer weniger Menschen ein immer größerer Teil der Wohnungen. Weil so viel Geld verzweifelt nach einer Anlage sucht, die kein Nachdenken erfordert und stabil ein leistungsloses Einkommen gewährt, steigen die Preise.
Es wird also immer teurer zu bauen. Hauptsächlich, weil die Grundpreise steigen. Ein immer größerer Teil der Mieten dient dazu, die Renditeerwartung auf diese aufgeblasenen Kapitalwerte zu bedienen. Rendite an Leute, die dafür nichts mehr tun müssen, außer einmal viel Geld gehabt zu haben.
Ich finde, das ist Mist. Wohnen ist eine Notwendigkeit. Wohnen soll zur Daseinsvorsorge gehören und gemeinschaftlich organisiert werden. Und die Stadt soll den Leuten gehören, die dort leben. Wir müssen den öffentlichen Besitz an Häusern ausweiten und so organisieren, dass Wohnen im Interesse aller Menschen in der Stadt geregelt wird. Wir wollen die Vergesellschaftung der Wohnungskonzerne endlich Umsetzen, für die sich die Berliner mehrheitlich schon entschieden haben.
Wir wollen dafür sorgen, dass die Renditeerwartungen gründlich enttäuscht werden, damit die Grundstückspreise fallen. Wir wollen, dass mehr Grund dem Privatbesitz entzogen wird. Die Stadt wird davon profitieren, wenn die Menschen nicht länger über ein Drittel ihres Einkommens als Miete und leistungsloses Einkommen für Investoren abgeben müssen. Sondern es für andere Dinge ausgeben können, die zum Leben gehören.
